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Drawdowns verstehen und managen

9 Minuten Lesezeit

Was ist ein Drawdown?

Ein Drawdown ist der maximale Verlust vom Hochpunkt bis zum Tiefpunkt eines Portfolios oder einer Strategie.

Formel: Drawdown = (Tiefpunkt − Hochpunkt) ÷ Hochpunkt × 100

Beispiel: Portfolio wächst von 10.000 € auf 15.000 €, fällt dann auf 11.000 €.

Drawdown = (11.000 − 15.000) ÷ 15.000 = −26,7%

Arten von Drawdowns

Maximum Drawdown (MDD): Größter historischer Verlust. Wichtigste Kennzahl für das Risiko einer Strategie.

Drawdown-Dauer: Wie lange dauert es, bis das Portfolio das alte Hoch wieder erreicht?

Historische Drawdowns

  • S&P 500 Dotcom-Crash (2000–2003): −49%
  • S&P 500 Finanzkrise (2007–2009): −57%
  • S&P 500 Corona (2020): −34% (nur 23 Handelstage!)
  • NASDAQ 100 Dotcom: −83% (dauerte bis 2015 zur Erholung)

Diese Zahlen zeigen: Auch wer den gesamten Markt kauft, muss mit erheblichen Drawdowns leben können.

Calmar Ratio

Bewertet Rendite im Verhältnis zum maximalen Drawdown:

Calmar = Jährliche Rendite ÷ Max. Drawdown

Calmar > 1 = gut, > 2 = sehr gut

Psychologie des Drawdowns

In Drawdowns neigen Anleger zu:

  • Ungeduld und Panikverkäufen am Tief
  • Zweifel an der eigenen Strategie
  • Eskalation (mehr riskieren um Verluste auszugleichen)

Strategie für Drawdowns:

  1. Vorher definieren, wie viel Drawdown du psychologisch tolerierst
  2. Positionsgrößen so wählen, dass max. Drawdown tolerierbar bleibt
  3. Im Drawdown: Keine impulsiven Entscheidungen, Strategie prüfen (nicht ändern!)
  4. Schrittweise reduzieren wenn Drawdown-Grenze naht
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