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Bonus: Schwierige MarktphasenLektion 6 von 6

Schwierige Märkte navigieren

12 Minuten Lesezeit
Quiz enthalten

Vom Wissen zum Handeln

Die schönste Theorie nützt nichts, wenn man im Crash zittert und falsche Entscheidungen trifft. Dieses Kapitel gibt konkrete Handlungsregeln – gestuft nach VIX-Niveau.

Das VIX-basierte Ampelsystem

Statt auf Gefühle zu hören, kannst du den VIX als objektiven Marktphasen-Indikator nutzen und dein Verhalten daran ausrichten:

Grün: VIX unter 20 – Normaler Markt

Was der Markt sagt: Ruhig, kaum Angst.

Dein Verhalten:

  • RSL-Strategie normal fortführen: Signale kaufen, schwache Titel tauschen
  • Optionsstrategien mit normalem Umfang: Covered Calls, Cash Secured Puts
  • Keine besonderen Maßnahmen nötig
  • Aufmerksamkeit: Ein VIX dauerhaft unter 13–14 ist oft ein Zeichen von Selbstgefälligkeit – Korrekturen entstehen oft aus ruhigen Phasen

Gelb: VIX 20–30 – Erhöhte Unsicherheit

Was der Markt sagt: Nervosität, Korrekturgefahr.

Dein Verhalten:

  • Positionsgrößen leicht reduzieren (z.B. von 100% auf 80% investiert)
  • Cash-Quote aufbauen – Trockenplader für günstigere Einstiege
  • Optionen: Keine neuen Short-Positionen auf schwache Sektoren
  • RSL-Signale strenger prüfen: Nur sehr klare Signale (hoher RSL-Abstand zum Index)
  • Keine Nachkäufe in schwächelnden Positionen

Orange: VIX 30–40 – Stress

Was der Markt sagt: Krise in Gange oder Korrektur.

Dein Verhalten:

  • RSL-Strategie konsequent: Alle Positionen ohne Signal sofort verkaufen
  • Cash-Quote auf 30–50% erhöhen
  • Keine neuen Optionen verkaufen – IV ist hoch, aber der Markt kann noch weiter fallen
  • Optional: Erste kleine Kauftranchen (10–15% des Cash-Budgets) in breite ETFs (S&P 500, MSCI World)
  • Täglich VIX-Termstruktur prüfen: Backwardation bestätigt Krisenmodus

Rot: VIX über 40 – Panik

Was der Markt sagt: Extremstress, oft nahe einem Boden.

Dein Verhalten:

  • Ruhe bewahren – historisch ist VIX > 40 langfristig ein Kaufsignal
  • Cash für schrittweise Käufe nutzen: Tranchen statt Alles-auf-einmal
  • RSL-Strategie pausieren: In echter Panik sind alle RSL-Werte schlecht – das System wartet auf Stabilisierung
  • Keine Short-Optionen – Margin-Calls und Gap-Risiken sind extrem
  • Fokus auf Qualität: Solide Unternehmen / breite ETFs statt spekulative Titel

Die RSL-Strategie in Krisen

Die RSL-Strategie hat eine natürliche Schutzfunktion: Wenn der Markt fällt, verlieren alle Aktien ihr RSL-Signal – und das System signalisiert: verkaufen und in Cash gehen.

Typischer Ablauf in einer Krise:

  1. Markt fällt → RSL-Werte fallen unter Index-RSL → Verkaufssignale entstehen
  2. Woche für Woche werden schwache Positionen abgebaut
  3. Am Tiefpunkt ist das Depot oft vollständig in Cash
  4. Wenn sich der Markt erholt, entstehen neue Kaufsignale
  5. Das System kauft wieder – systematisch und emotionslos

Vorteil: Du musst nicht einschätzen, ob der Crash "jetzt vorbei" ist. Das System zeigt es dir.

Nachteil: Die schrittweisen Ausstiege können in schnellen Crashs (Corona: 33 Tage) zu langsam sein. Ein Teil der Verluste wird mitgemacht.

Dein persönlicher Krisenplan – jetzt schreiben

Schreibe bevor die nächste Krise kommt folgendes auf:

  1. Bei welchem Depot-Rückgang erhöhe ich Cash? (z.B. −10% → 20% Cash, −20% → 40% Cash)
  2. Bei welchem VIX-Level kaufe ich erste Tranchen? (z.B. VIX > 35 → erste 10%)
  3. Wie viele Tranchen plane ich? (z.B. 4 × 10% in Abständen von 2 Wochen)
  4. Welche Instrumente kaufe ich in Krisen? (ETFs? RSL-Signale? Einzeltitel?)
  5. Wann verkaufe ich panic-sold Positionen nicht zurück? (Disziplin-Regel)

Das Ziel: In der nächsten Krise öffnest du deinen Plan, liest Punkt 3 und handelst. Kein Zögern, kein Nachdenken. Der Plan gilt.

Quiz: Schwierige Marktphasen & VIX

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