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Die RSL-Strategie – Grundlagen

10 Minuten Lesezeit

Was ist die RSL-Strategie?

RSL steht für Relative Stärke nach Levy – ein systematisches, regelbasiertes Aktienauswahlverfahren, das in den 1960er Jahren vom US-Ökonomen Robert Levy entwickelt wurde.

Die Grundidee ist simpel: Aktien, die in der Vergangenheit stärker gestiegen sind als der Marktdurchschnitt, tendieren dazu, das auch weiterhin zu tun. Dieses Phänomen nennt man Momentum.

Die Kernformel

Der RSL-Wert einer Aktie berechnet sich so:

RSL = Aktueller Wochenschlusskurs ÷ 26-Wochen-Durchschnittskurs

Ein RSL-Wert von z.B. 1,12 bedeutet: Die Aktie steht aktuell 12% über ihrem Halbjahres-Durchschnitt – sie zeigt relative Stärke.

Ein RSL-Wert von 0,91 bedeutet: Die Aktie liegt 9% unter ihrem Durchschnitt – sie ist schwach.

Warum 26 Wochen?

26 Wochen entsprechen einem halben Jahr. Levy hat in seinen Studien festgestellt, dass dieser Zeitraum am stabilsten funktioniert – kurz genug um aktuelle Trends zu erfassen, lang genug um kurzfristiges Rauschen zu ignorieren.

RSL des Index als Filter

Entscheidend ist nicht der absolute RSL-Wert einer Aktie, sondern der Vergleich mit dem Index:

  • Berechne den RSL-Wert des S&P 500 (oder HDAX, NASDAQ 100, STOXX 600)
  • Kaufe nur Aktien, deren RSL-Wert größer als der RSL-Wert des Index ist

Das bedeutet: Die Aktie muss stärker sein als der Gesamtmarkt – nicht nur absolut gut.

Was diese Strategie nicht ist

  • Keine Fundamentalanalyse (KGV, Umsatz, Gewinn spielen keine Rolle)
  • Kein Market-Timing ("Wann dreht der Markt?")
  • Kein Bauchgefühl oder Nachrichten-Trading

Das Ziel: Systematisch und emotionslos die stärksten Aktien des Marktes halten und schwache sofort ersetzen. Regelbasiert. Reproduzierbar.

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