Daniel Kahneman (Nobelpreisträger) beschrieb in "Schnelles Denken, langsames Denken" zwei Denkweisen:
An der Börse dominiert System 1 – mit verheerenden Folgen.
Verluste schmerzen 2,5× stärker als äquivalente Gewinne freuen.
→ Anleger halten Verlustpositionen zu lang ("wird schon wieder kommen")
→ Anleger verkaufen Gewinne zu früh ("Gewinn ist Gewinn")
Angst, eine große Kursbewegung zu verpassen:
→ Kaufe Aktien zu Höchstkursen nach starker Rally
→ Übergewichtung gehypter Sektoren
→ Impulsive Käufe ohne Analyse
Menschen suchen Informationen, die ihre bestehende Meinung bestätigen:
→ Bullish auf Aktie X → liest nur positive Nachrichten, ignoriert negative Signale
→ Führt zu mangelnder Objektivität
Studien zeigen: Die meisten Anleger überschätzen ihre Fähigkeiten.
→ Zu viel handeln (Overtrading)
→ Zu wenig diversifizieren
→ Zu große Positionen
"Ich hatte 5 Verluste in Folge, jetzt MUSS ein Gewinn kommen."
→ Die Börse hat kein Gedächtnis. Jeder Trade ist unabhängig.
Festhalten an einem Referenzpreis:
→ "Ich verkaufe erst wenn ich meinen Einstandspreis wieder habe"
→ "Die Aktie war mal bei 200 $, bei 100 $ ist sie doch günstig" (Aktie kann weiter fallen)
Übergewichtung jüngster Ereignisse:
→ Nach Crash: "Aktien sind immer gefährlich"
→ Nach langer Rally: "Aktien steigen immer"