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Trading-PsychologieLektion 1 von 3

Kognitive Verzerrungen an der Börse

10 Minuten Lesezeit

Warum handeln Menschen irrational?

Daniel Kahneman (Nobelpreisträger) beschrieb in "Schnelles Denken, langsames Denken" zwei Denkweisen:

  • System 1: Schnell, automatisch, emotional → an der Börse oft schädlich
  • System 2: Langsam, analytisch, rational → selten aktiv, energieaufwändig

An der Börse dominiert System 1 – mit verheerenden Folgen.

Häufige Biases

Verlustaversion (Loss Aversion)

Verluste schmerzen 2,5× stärker als äquivalente Gewinne freuen.

→ Anleger halten Verlustpositionen zu lang ("wird schon wieder kommen")

→ Anleger verkaufen Gewinne zu früh ("Gewinn ist Gewinn")

FOMO (Fear Of Missing Out)

Angst, eine große Kursbewegung zu verpassen:

→ Kaufe Aktien zu Höchstkursen nach starker Rally

→ Übergewichtung gehypter Sektoren

→ Impulsive Käufe ohne Analyse

Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Menschen suchen Informationen, die ihre bestehende Meinung bestätigen:

→ Bullish auf Aktie X → liest nur positive Nachrichten, ignoriert negative Signale

→ Führt zu mangelnder Objektivität

Overconfidence (Selbstüberschätzung)

Studien zeigen: Die meisten Anleger überschätzen ihre Fähigkeiten.

→ Zu viel handeln (Overtrading)

→ Zu wenig diversifizieren

→ Zu große Positionen

Gambler's Fallacy

"Ich hatte 5 Verluste in Folge, jetzt MUSS ein Gewinn kommen."

→ Die Börse hat kein Gedächtnis. Jeder Trade ist unabhängig.

Anchoring (Ankereffekt)

Festhalten an einem Referenzpreis:

→ "Ich verkaufe erst wenn ich meinen Einstandspreis wieder habe"

→ "Die Aktie war mal bei 200 $, bei 100 $ ist sie doch günstig" (Aktie kann weiter fallen)

Recency Bias

Übergewichtung jüngster Ereignisse:

→ Nach Crash: "Aktien sind immer gefährlich"

→ Nach langer Rally: "Aktien steigen immer"

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